Mehrkontenmodell

Die meisten Menschen haben ein Bankkonto. Auf dieses wird das Gehalt überwiesen und mittels diesem Konto wird das Leben gemeistert. Manche haben dazu noch ein weiteres Konto, das Tagesgeldkonto.

Warum sollte man aber nun weitere mehrere Konten haben und wie behält man denn da die Übersicht. Mehr Konten bedeutet doch auch gleichzeitig mehr Komplexität oder nicht?

Kindern sagt man gerne, sie sollen sich eine Spardose anschaffen um für größere Wünsche zu sparen. Das ist sehr sinnvoll und schon der erste Teil der Mehrkontenstrategie. Konto bedeutet nämlich nicht zwangsläufig Bankkonto, sondern es geht zunächst einmal um den Punkt der Trennung des Geldes nach einzelnen Zielen!

Und Ziele sind extrem wichtig für die eigene Finanzplanung und machen jedermann viel erfolgreicher als wenn man diese Trennung nicht durchführen würde.

Kindern werden dabei zwei ganz wichtige Dinge beigebracht, die Erwachsene oft wieder falsch machen. Erstens wird den Kindern eine wichtige Eigenschaft beigebracht. Es gibt ja grundsätzlich zwei Möglichkeiten: entweder du verzichtest heute und kaufst später oder du kaufst etwas sofort. Notfalls mit Kredit. Dafür verzichtest du dann in Zukunft. Und da Konsumkredite niemals gut sind, wird den Kindern beigebracht, dass sparen etwas Gutes bedeutet.

Dazu gesellt sich die Trennung des Geldes. Wenn man nur ein Konto als Sammelbecken hat, verliert man sehr schnell die Übersicht. Und gibt mitunter mehr Geld aus, als geplant oder sinnvoll.

Was solltest du also tun?

Du hast ein Hauptkonto, auf dieses wird, wie bereits gesagt, das Gehalt überwiesen. Sobald dieses da ist, sollten alle Rechnungen bezahlt werden. Umgehend. Und in diesen Rechnungen gehört eine Rechnung, die sehr wichtig ist. Und zwar die der eigenen Bezahlung. Leider vergessen viele Menschen sich selber zu bezahlen. Was bedeutet das nun? Von dem Geld, welches nun nach Zahlung aller Kosten wie Miete, KFZ Versicherung, Handyvertrag etc. noch vorhanden ist, sollte ein Teil genutzt werden um sich selber zu zahlen. Und spätestens da kommen die weiteren Konten ins Spiel!

Was ist die richtige Aufteilung?

Das ist eine Frage, die sich natürlich nicht konkrete und absolut für jeden hier beantworten lässt. Es hängt natürlich von deinen Fixkosten ab, wie Miete und Lebenshaltung ab, aber auch, ob du noch Schulden hast. Ebenso hängt es natürlich auch ganz wesentlich von deinem Einkommen ab. Nicht zuletzt aber auch, wie stringent du deine (finanziellen) Ziele erreichen willst. Bist du eher der Frugalist, der so schnell wie möglich seine finanzielle Freiheit erreichen möchte oder möchtest du es eher gemütlich angehen und auch entsprechend Geld verkonsumieren? 

Welchen Prozentualen Anteil nun in welches Konto fließt, muss du letztendlich selber entscheiden. Frugalisten haben in der Regel Sparquoten von über 50% ihres Einkommens. 10% sagt man, sollte mindestens gespart und investiert werden. Es ist also schwer allgemeine Aussagen dazu zu treffen und sind letztendlich immer eine Individuelle Entscheidung, abhängig von ein paar äußeren Rahmendaten.

Welche Ziele kann ich denn Verfolgen?

Manche Menschen träumen von einer Reise nach Hawaii, andere wünschen sich eine eigene Wohnung. Der nächste weniger Arbeit bei gleichen Einkommen, wozu er aber natürlich erst sorgen muss. Mit passivem Einkommen zum Beispiel. Oder der Wunsch eines größeren Autos. Vielleicht auch etwas Selbstloses und einer Organisation spenden. 

Was auch immer für Ziele und Wünsche es sind, die meisten davon haben direkt oder mindestens indirekt mit Geld zu tun. Und deshalb solltest Du Dir ein Mehrkontenmodell schaffen. Jedes der Ziele hat nicht nur unterschiedliche finanzielle Größen, sondern auch zeitlich sind sie unterschiedlich zu verordnen. Und genauso wie Geldanlagen unterschiedliche Eigenschaften und Entsprechungen haben, so ist das mit dem Träumen auch. Und damit man darüber auch seinen Überblick behält, braucht man für jeden größeren Wunsch (also alles, was man nicht mit ein oder zwei Monaten finanziert bekommt) ein eigenes Konto. Aufgestellt nach Zeit und Größenordnung. 

Welche Konten?

Reservekonto:

Mit das wichtigste Konto, stellt das Reservekonto dar. Sollte dieses leer sein und etwas passieren musst Du an Deine anderen Konten. Das ist natürlich nicht nur sehr ärgerlich, sondern greift auch die Motivation sehr stark an, wenn man immer wieder von neuem Anfangen muss. Das Reservekonto ist die eiserne Reserve, die Wurzel, auf dem der Vermögensbaum wachsen kann. Ohne dieses Fundament fällt der Finanzbaum schnell beim ersten Wind um. Jeder kennt es. Geht die Waschmaschine kaputt, braucht man auch neue Autoreifen. Und natürlich war es das meist nicht, sondern auch der Auspuff muss gemacht werden oder es kommt eine unerwartete Rechnung sonst wo her. Experten raten dazu, 2 bis 3 Monatsgehälter als Reserve zu halten. Letztendlich liegt die sinnvolle Größe natürlich am Einkommen und den tatsächlichen monatlichen Kosten, stellt aber in dieser Höhe durchaus eine vernünftige Empfehlung dar. Oft wird hier das Tagesgeldkonto empfohlen. Abgesehen vom systemischen Risiko ist das sicherlich die probateste Empfehlung, einfach deshalb, weil es:

  1. flexibel
  2. nominal sicher
  3. und jederzeit verfügbar ist.

Das sind auch genau die Eigenschaften, die es braucht, wenn man plötzlich und schnell an gewisse Summen muss. Verzinsung oder ähnliche Dinge spielen letztendlich keine wirkliche Rolle. Das Ziel ist nicht, damit Geld zu verdienen, sondern eben genau diese oben genannten Eigenschaften. Um Geld zu vermehren, gibt es andere Lösungen. Viele begehen den Fehler auch hier nach den maximal möglichen Renditen Ausschau zu halten und gehen damit dann oft unnötige Risiken ein, wie keinerlei staatliche Kontrolle bei ausländischen Banken oder völlig unvernünftige Laufzeiten. Natürlich kann man schauen, wo es ein bischen mehr gibt, aber das Geld wird woanders verdient als im Geldmarkt beim Sparen.

Flexikonto:

Zu dem Reservekonto empfehle ich zudem einen Flexitopf für die flexiblen monatlichen Ausgaben wie Kinobesuch, Kneipe oder neue Kleidung. All die Dinge, die man sich mal gönnt und nicht regelmäßig auf der Agenda stehen. Ob nun auch die monatlichen Lebensmittel und die Summe fürs Tanken bzw. Mobilität mit in diesen Topf fließen liegt am persönlichen Geschmack und der eigenen Disziplin! Sicherlich macht auch hier eine gewisse Trennung Sinn und die flexiblen Kosten wie Lebensmittel und Mobilität sollten von den tatsächlichen Hobbies getrennt werden. Aber das obliegt letztendlich jedem Selber. Für undisziplinierte ist es jedenfalls leichter, wenn man es trennt.

Investitionstopf:

Daneben sollte man sich einen Investitionstopf anlegen. Dieser sollte, ähnlich dem Tagesgeld ausschließlich mit Kurzläufern befüllt werden und vor allem flexibel sein. Dieses Geld welches sich auf diesem Konto befindet, dient dazu, zu einem späteren Zeitpunkt sinnvoll investiert zu werden. Entweder auch in einen der Traumtöpfe (siehe unten) oder auch einfach, weil man keine aktuelle sinnvolle Anlage findet und es deshalb erstmal verfügbar halten will, bis sich eine gute Gelegenheit auftut. Eigenschaften wie das Reservekonto, jedoch mit einem anderen Ziel!

Traumkonto:

Das Traumkonto! Du kannst so viele Töpfe dieser Art haben wie du willst. Wichtig ist dabei nur Disziplin! Denke daran, jeden Euro, auf den du heute verzichtest auszugeben, bringt dich deinem Ziel, deinem Traum, deinem Wunsch näher! Es ist DEIN Traum! Also fülle ihn mit Leben und arbeite daran! Neben dem Willen, dir deinen Traum erfüllen zu können, spielt bei diesem Thema auch eine wichtige Rolle, in welchen Zeitraum du es erreichen willst. Es macht schon einen Unterschied, ob dein Traum in 3 Jahren verwirklicht sein soll oder ob es auch ok ist, wenn du dir dafür 15 Jahre Zeit gibst. Dieser Faktor hat nämlich zweierlei Auswirkungen. Zum einen, weil es natürlich die Höhe deiner Spar bzw. Investitionsrate beeinflusst und zum zweiten natürlich auch, wie das entsprechende Investment aussehen darf. Grundsätzlich kann man natürlich jedes Investment zu jedem Zeitpunkt zu fast jeder Laufzeit wählen. Das dass aber natürlich nicht besonders sinnvoll ist, liest du im Kapital zu den Eigenschaften von Anlageklassen und zum Thema Geldanlage und Zeit.

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