Sparen

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Was kann man mit Geld tun?

Im Prinzip ist es sehr einfach. Mit Geld kann man Konsumieren, Sparen, Investieren oder Spekulieren. Hier geht es um eine Unterscheidung zwischen diesen Möglichkeiten. Absteigend von Sparen zu Spekulieren geht eine (erwartete) Erhöhung der Zeiträume, Erträge und Risiken einher.

Natürlich kann man auch noch ein wenig mehr mit Geld anstellen. Du kannst es spenden, verschenken, verlieren, vergraben usw. Aber das sind natürlich im Sinne dieser Seite keine Möglichkeiten, die einer weiteren Betrachtung bedürfen.

Konsum:

Du kaufst ein Produkt oder eine Dienstleistung, dessen Nutzen aktuell für Dich Vorrang, weswegen du dein Geld dagegen eintauschst. Einfaches Beispiel: Du kaufst etwas zu essen, weil du Hunger hast. Keiner diskutiert grundsätzlich über die Sinnhaftigkeit dieses Kaufs.

Was haben Produkte und Dienstleistungen gemeinsam? 

Sie verlieren mit der Zeit an Wert oder verbrauchen sich und stehen nach Verbrauch logischerweise nicht mehr zur Verfügung. Zum Beispiel Lebensmittel oder Benzin. Wenn das Brot gegessen ist, hat es seinen Zweck erfüllt und wenn der Tank leer gefahren ist, ist auch dieses nicht mehr vorhanden.

Die Alternative ist, dass das Produkt durch die Inflation und/oder durch Abnutzung an Wert verliert. Beispiel wären Möbel, Kleidung oder das Auto als der Werte-Vernichter schlechthin. Den Wertverlust trifft so ziemliche jedes Konsumgut. 

Natürlich gibt es Ausnahmen. Bestimmte Sammlerstücke oder Spezialitäten. Das sind seltene Nischen, die meistens nicht für den Konsum erstanden werden, sondern als Investment. Beispiel hierfür wäre zum Beispiel die Rolex Uhr, ein seltenes Gemälde und andere Kunstwerke oder ein Oldtimer. 

Grundsätzlich ist das Produkt oder die Dienstleistung zu einem späteren Zeitpunkt verbraucht oder irgendwann wertlos. Die Folge ist davon ist, dass man dann zu dem Zeitpunkt in der Zukunft weder das Geld, noch das Produkt hat. Beides ist weg oder nicht mehr (uneingeschränkt) nutzbar. 

Fazit:

Ist das deswegen falsch? Natürlich nicht! Ohne Lebensmittel würden wir verhungern, ohne Friseur würden wir auf unseren Haaren laufen und ohne Kleidung im Winter frieren. Es gibt also eine ganze Menge guter Gründe, um auch sein Geld zu verkonsumieren. Auch fahren wir gerne in Urlaub oder gehen einem kostspieligen Hobby nach. Aber, und das muss einem bewusst sein, aus finanzieller Sicht ist es falsch. Jedoch geht es mir hier weder um eine Wertung noch um ein Dogma. Wenn Du zum Beispiel monatlich Geld für das Fitnessstudio ausgibst, dort dann entsprechend auch trainieren gehst und dich dadurch energetischer und wohler fühlst, ist es auch gut investiertes Geld. Weil es dir Freude bereitet in einem fitten Körper zu sein. Nebenbei erhältst du damit sogar deine Gesundheit, was am langen Ende wiederum Geld sparen kann.

Neben den Ausgaben gibt es aber natürlich auch mehrere andere Formen sein Geld zu nutzen. In der Regel um daraus mehr machen zu wollen.

Sparen

bedeutet, dass man Teile seines Einkommens auf die Seite legt. Es dient dem Horten und ist nichts anderes, als Ansammeln von Geldern. Es kann ein Sparkonto sein, oder auch zu Hause in einer Box

Wie wichtig sind Zinsen?

Es geht beim Sparen nicht um Renditen, Zinsen oder Wertsteigerung. Sparen bedeutet in erster Linie einfach nur das Geld zu kumulieren. Sparen bedeutet man hortet sein Geld. 100 € im Monat ergeben im Jahr 1200. Ob es nun durch einen Zins dann 1203 € oder 1208 € werden spielt eine untergeordnete Rolle. Sparen hat auch nichts mit Langfristigkeit zu tun (auch wenn viele Menschen zum Beispiel von Sparen für das Alter reden). 

Ziele:

Sparen sollte lediglich zwei verschiedenen Zielen dienen. Entweder als Rückhalt für schlechte Zeiten, als Notgroschen, Reserve, Rücklagen.

Oder:

Es dient dem Aufbau eines Anlagetopfes. Dem Aufbau für Anlagekapital bzw. um Investitionskapital zu schaffen. Dies ist dann wichtig, wenn man Investitionen durchführen möchte, die ein größeres Volumen benötigen und es aktuell nicht zur Verfügung steht. Da gibt es zum Beispiel die Immobilie oder Beteiligungen an geschlossenen Fonds oder anderweitige (Unternehmens-) Beteiligungen.

Chancen und Risiken:

Wichtig beim Sparen ist, wenn es irgendwo angelegt werden sollte, dass es in erster Linie nominal sicher ist und keinerlei Wertschwankungen unterliegt. Zweitens, dass es jederzeit verfügbar ist. Aufgrund dessen, dass es bei den Banken keine nennenswerten Zinsen mehr gibt, kann man es auch direkt zu Hause im klassischen Spartopf sparen. Oder auf dem Tagesgeldkonto.

Von den sehr modern gewordenen P2P Krediten rate ich jedoch in diesem Zusammenhang ab. Es hilft wenig, wenn man gerade an sein Erspartes muss, weil das Auto kaputt geht, jedoch genau just in diesem Moment auch der gegebene Kredit ausfällt und man dann eine zweite Pleite verkraften muss.

Alternativen zum Tagesgeldkonto oder dem Sparstrumpf zuhause sind sicherlich Festgelder mit begrenzter Laufzeit (Monatlich). Passende Alternativen dazu findet man bei Zinspilot zum Beispiel. Dort erhält man oft mehr als bei deutschen Banken für das eigene Tagesgeld oder Festgeld. Dennoch sollte man unbedingt die genauen Bedingungen kennen (siehe Eigenschaften), denn nicht jede Ausländische Bank hat die gleichen Sicherheitssysteme wie deutsche Anbieter. Wichtig ist zudem, dass die Produkte kostenlos sein sollten!

Ein Grundsätzliches Risiko bei allen Formen des Sparens stellt die Inflation dar. Unabhängig vom Zins muss man immer sehen, dass sich die Kaufkraft jedes Jahr verringert. Bei 1% Zins und 3% Inflations, hat man effektiv einen Verlust von 2%. Natürlich steht auf dem Kontoauszug ein Gewinn, jedoch kann ich mir nach einem Jahr trotzdem weniger davon kaufen.

Investieren:

Im Gegensatz zum Sparen, bei dem die nominale Sicherheit und die Verfügbarkeit im Vordergrund steht, sind es beim Investieren die Erträge und die längerfristige Planung. Die Zeitachse spielt eine wichtige Rolle, sowohl für die Sicherheit, als auch die Rendite.

Investieren bedeutet, dass man sein Geld sinnvoll und zielgerichtet einsetzt um es entweder für einen gewissen Zeitraum zu verleihen und dafür Zinsen zu erhalten oder sich an Geschäften zu beteiligen um an deren Gewinnen zu partizipieren. Investieren bedeutet auch, kalkulierbare Risiken einzugehen um daraus entsprechende Erträge erwarten zu können. Zudem bedeutet Investieren oft eine gewisse Schwankung in Kauf nehmen zu müssen (zB. Aktien) oder möglicherweise eine gewisse Zeit nicht über sein Geld verfügen zu können (außerbörsliche Beteiligungen).

Nicht jede dieser Eigenschaften ist gleichmäßig und jederzeit bei jeder Investition ausgeprägt, jedoch bedeutet Investieren immer eine planbare Vergabe von Geld in entsprechende Projekte. Grundsätzlich können sowohl Forderungen als auch Eigentum Investitionen darstellen, wichtig ist jedoch, dass Investitionen einen positiven Cashflow erzielen sollen. Entweder indem regelmäßig Gelder zurückfließen oder man das Investitionsgut nach einer gewissen Zeit mit einem gewissen Gewinn wieder verkauft. 

Investieren setzt vor allem eine andere Zeitspanne als Sparen voraus und hier geht es tatsächlich darum einen sein Geld zu vermehren. Wichtig ist die realistische Einschätzung und Planung der entsprechenden Erträge inklusive der möglichen Risiken. Pass auf das richtige Chance-Risiko-Profil auf. Der Unterschied zum Sparen, sind zum einen natürlich die erwarteten höheren Erträge, aber auch die geplanten Laufzeiten. Sinnvollerweise spricht man beim Investieren zumeist von Laufzeiten ab fünf Jahren, kann aber auch deutlich längere Zeiten bedeuten. Eine Investition in eine Lebensversicherung zum Beispiel betrifft oft dreißig bis vierzig Jahre. (Dass eine Lebens- oder Rentenversicherung überhaupt gar kein Investment darstellt, ist eine andere Sache).

Investieren ist zum einen recht einfach, auf der anderen Seite werden Sparen und Spekulieren gerne mit dem Investieren vermischt. Am deutlichsten wird es anhand eines Beispiels außerhalb der Finanzwirtschaft.

Ich kann mein Geld in eine (weitere-) Ausbildung investieren und erhalte dann neues Wissen, welches sich auch finanziell für mich auszahlen kann. Wenn ich zum Beispiel im Handwerk einen Meisterabschluss absolviere, verbessere und verbreitere ich nicht nur meine Fähigkeiten, sondern erhalte ich im Anschluss daran auch mehr Lohn, Aufträge, usw. Keiner würde ernsthaft daran zweifeln diese Ausgabe für den Meistertitel als Investition in seine eigenen Fähigkeiten zu betiteln. Würde ich die nötigen Ausgabe jedoch nur aufm dem Konto liegen lassen, wäre die Investition zwar nicht ausgegeben, würde aber auch keinen Ertrag, Titel, Ansehen bringen. Das wäre dann das Synonym fürs Sparen. Und keiner würde die Ausbildung als Spekulieren bezeichnen, da sich jeder ausmalen kann, was er für einen Ertrag oder Gegenwert er für die Kosten der Ausbildung erhält.

Spekulieren:

Spekulieren unterscheidet sich im wesentlichem vom Investieren dadurch, dass Du bereit bist erhebliche Risiken in Kauf zu nehmen, um erhöhte Ergebnisse zu erhalten. Dabei verzichtest du jedoch auf einen sehr großen Teil der Planbarkeit. Oft gibt es beim Spekulieren auch ein Mißverhältnis zwischen Chance und Risiko.

Dies kann entweder in vollem Bewusstsein erfolgen (sich also dem Chance-Risiko Verhältnis bewusst ist), oder natürlich auch aufgrund von Unwissenheit (man macht es aufgrund von Emotionen und Glauben). Womit auch deutlich wird, dass Wissen enorme Vorteile mit sich bringt und das Risiko, welches beim Spekulieren ein wesentliches Merkmal darstellt, reduziert. Investitionen sollten immer aufgrund von Wissen und daraus entstehenden Erwartungen erfolgen. Während es beim Spekulieren kein Wissen (außer möglicherweise der Spielregeln) geben kann. Da die Ergebnisse zu oft auf Zufall aufgebaut sind. 

Für das Spekulieren gibt es eine Menge Beispiele, wie beim Roulette auf rot oder schwarz setzen, eine Aktie kaufen, obwohl ich nichts über sie weiß und das auch noch, wenn ich das Geld in einem Monat wieder brauche oder einem Fremden Geld leihen, ohne dessen Kreditwürdigkeit zu kennen.

Essentielles:

Grundsätzlich gibt es für jedes (zeitliche) Ziel entsprechende Anlageklassen und Produkte, die eine natürliche Affinität aufweisen. Beim Spekulieren sind diese Eigenschaften und die Deckungsgleichheit jedoch egal. Zudem bedeutet spekulieren auch, dass der Inhalt der Geldvermehrung völlig unwichtig ist. Wenn Du zum Beispiel in eine Aktie des Autobauers BMW investierst, dann unter anderem deswegen, weil Du von deren Produkten überzeugt bist und Du daran glaubst, dass BMW auch zukünftig gute bis sehr gute Autos baut und entsprechend verdient. Beim Spekulieren geht es aber nicht um BMW und deren Produkt, sondern ausschließlich darum, dass aus 100 € 200 € werden. Wie und warum spielt keine Rolle.

Die einzige Entscheidung ist, dass Du eine Chance auf diese Entwicklung siehst. Entweder zu wetten oder weil Du glaubst, den geheimen Tip zu haben, den die anderen (noch-) nicht haben oder weil Du schneller bist etc.

Wichtiger Rat:

Spekulieren ist für Summen, die einem nicht wehtun, völlig ok. Die komplette Altersvorsorge darauf aufzubauen, kann jedoch ziemlich nach hinten losgehen. Oft wird aufgrund eines Gefühls spekuliert, ohne jedoch entsprechende Kenntnisse zu haben. Das ist auch der Grund, nämlich mangelnde Kenntnisse, wieso viele Menschen Aktien als Spekulation betrachten. Weil sie die Eigenschaften der Anlageklasse nicht kennen. Spekulation geht in der Regel auch mit kurzfristigen Gewinnvorstellungen einher. Während man eine Aktie eines guten, gesunden Unternehmens oft mehrere Jahre im Depot halten kann, ist die Spekulation manchmal nur wenige Minuten von Dauer. Wenn Du auf das Ergebnis eines Fußballspiels wettest, dann Dauert die Transaktion maximal für die 90 Minuten. Beim Roulette nur einige Sekunden, bis die Kugel nicht mehr rollt. Beim Spekulieren geht es oft auch um Schnelligkeit, weil dadurch erst ein Gewinn möglich ist. Spekulieren ist nichts von Dauer oder Beständigkeit, während die Investition etwas kontinuierliches darstellen sollte.

Fazit:

Alle vier Möglichkeiten haben Ihre Berechtigung in der Welt und jeder nutzt sie mehr oder weniger planvoll, intuitiv oder gar nicht. Die meisten Menschen haben, in der Regel Aufgrund mangelndem Wissen, Angst Geld zu verlieren und verharren im Sparmodus. Dabei ist Ihnen oft gar nicht bewusst, dass sie genau dadurch oft viel mehr Geld verlieren als wenn sie es sinnvoll investieren würden. Jeder der vier Möglichkeiten beinhaltet sowohl Vor und Nachteile, über die man sich im Klaren sein sollte, bevor man entsprechende Summen dort hinleitet.

Es gibt für jede dieser Entscheidungen entsprechende Anlageklassen und Finanzprodukte, welche eine natürliche Affinität zur (geplanten) Laufzeit und Chance-Risikoverhältnis aufweisen. Wichtig ist entsprechend diese Möglichkeiten so zu nutzen, wie sie gedacht sind, um sich nicht im Nachhinein Fehler eingestehen zu müssen. Es ist wie mit den Eigenschaften und den drei Schritten zur richtigen Anlageentscheidung, mit dem nötigen Know-How vergrößert man seine Chancen und reduziert man seine Risiken.

 

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